Wissenschaft für Jedermann: Was verrät uns der Carina-Nebel über unseren kosmischen Ursprung?

Unser Sonnensystem befindet sich heute in einer ziemlich ruhigen Gegend der Milchstraße mit einer sehr geringen lokalen Sterndichte. Daher befinden wir uns auch weit weg von kosmischen Gefahrenquellen wie sehr massereichen Sternen, die durch ihre extrem starke UV-Strahlung und Supernova-Explosionen ihre Umgebung drastisch beeinflussen können.

Das war aber nicht immer so:  Es gibt klare Hinweise darauf, dass sich unser Sonnensystem bei seiner Entstehung vor 4,568 Milliarden Jahren in einer ganz anderen Umgebung als heute befand, und in den ersten Millionen Jahren direkt mit Material aus den Winden und Supernova-Explosionen sehr massereicher Sterne angereichert wurde.

Der Carina Nebel beherbergt eine der größten bekannten Ansammlungen extrem massereicher Sterne in unserer Galaxis. Prof. Dr. Thomas Preibisch gibt an diesem Abend einen Überblick, wie sich mit astronomischen Beobachtungen über einen breiten Wellenlängenbereich – vom Röntgen- bis zum Radio-Bereich – die globalen Eigenschaften solcher Sternassoziationen bestimmen lassen.

Damit lässt sich der zeitliche Ablauf ihrer Sternentstehungsgeschichte rekonstruieren. Die Wissenschaftler können nachvollziehen, wie die Strahlung massereicher Sterne die umgebenden Wolken an vielen Stellen zerstört, aber gleichzeitig an anderen Stellen Wolken verdichtet und die Entstehung weiterer Sterne auslöst. Auf Basis dieser Resultate lässt sich schließlich ein Modell ableiten, wie die Ursprungsumgebung unseres Sonnensystems ausgesehen haben könnte.

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