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Unter der Lupe: Atmosphären von Exoplaneten

Das Exzellenzcluster ORIGINS ist der Weltraummission Twinkle als Gründungsmitglied beigetreten. Twinkle startet 2024 und soll AstrophysikerInnen der Ludwig-Maximilians-Universität München über ein neuartiges Weltraumteleskop erstmals Daten über die chemische Zusammensetzung der Atmosphären von Exoplaneten liefern – diese könnten Aufschluss über dortige Lebensbedingungen geben.

Simulation eines exoplanetaren Spektrums wie es das Weltraumteleskop Twinkle beobachten könnte.

Simulation eines exoplanetaren Spektrums wie es das Weltraumteleskop Twinkle beobachten könnte. Bild: Blue Skies Space Ltd.

Prof. Barbara Ercolano spricht über die Twinkle-Weltraummission

Das Weltraumteleskop Twinkle analysiert ab dem Jahr 2024 Exoplaneten durch Beobachtung des Sternenlichts, das durch ihre Atmosphären gefiltert wird, mit Hilfe der Spektroskopie im sichtbaren und infraroten Bereich (0,5 bis 4,5 Mikrometer). Es wird die erste Mission sein, die eine systematische Untersuchung von mehreren hundert Exoplaneten-Atmosphären durchführt.

Die von der Mission gesammelten Daten sollen dabei helfen, bestimmte Substanzen auf Exoplaneten aufzuspüren, die Hinweise auf die Möglichkeit außerirdischen Lebens liefern könnten. Zu diesen Substanzen gehören Wasserdampf, Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Schwefelwasserstoff und organische Moleküle wie Methan, Acetylen, Ethylen, Ethan, Cyanwasserstoff, Ammoniak und Phosphin.

Zusammenhang zwischen Planetenbildung und probiotischen Molekülen

Die experimentelle Analyse der Atmosphären durch Twinkle ist eine wertvolle Ergänzung zum Forschungsspektrum von ORIGINS. „Wir suchen unter anderem nach dem Zusammenhang zwischen der Planetenbildung und der Entstehung der ersten präbiotischen Moleküle und fahren dazu verschiedene wissenschaftliche Programme“, erklärt Prof. Barbara Ercolano von der Universitätssternwarte der Ludwig-Maximilians-Universität München und federführende Wissenschaftlerin des ORIGINS Clusters. „Als Gründungsmitglied der Twinkle Mission können wir als ORIGINS Cluster das wissenschaftliche Programm der Twinkle-Mission vor dem Start maßgeblich mitgestalten“, führt die Planetenforscherin weiter aus. Zu dem an der Mission beteiligten Team gehören neben Prof. Barbara Ercolano unter anderem auch Prof. Thomas Preibisch, Prof. Til Birnstiel und Dr. Arno Riffeser.

Die wissenschaftlichen Fragestellungen von ORIGINS umfassen:

  • Was sind die thermochemischen Eigenschaften von Planetenatmosphären und wie werden sie von der Strahlung ihre Muttersterns beeinflusst?
  • Auf welchen Zeitskalen werden Exoplaneten-Atmosphären durch besonders starke oder harte Strahlung des Sterns zerstört?
  • Welches chemische Inventar besitzen die Exoplaneten für die Entstehung von Leben?

Twinkle ist die erste Mission von Blue Skies Space Ltd, einem in England und Wales eingetragenen Unternehmen. Blue Skies Space wird durch eine Kombination aus privaten und öffentlichen Quellen finanziert, darunter die UK Space Agency (UKSA), die European Space Agency (ESA) und weitere wissenschaftliche Institutionen.

 

Kontakt:
Prof. Dr. Barbara Ercolano
Ludwig-Maximilians-Universität München / Exzellenzcluster ORIGINS
Tel.: +49 89 2180-6974
E-Mail: ercolano(at)usm.lmu.de

 

Weitere Information:
Twinkle video from youtube
Blue Skies Space Ltd./Twinkle mission
Pressemitteilung der Ludwig-Maximilians-Universität München