Wie konnte aus unbelebter Materie Leben entstehen? Bevor sich die ersten Zellen bildeten, mussten auf der frühen Erde zunächst die chemischen Bausteine des Lebens entstehen –eine Entwicklung, die Forschende als chemische Evolution bezeichnen.
Der Vortrag von Prof. Dr. Oliver Trapp beleuchtet diesen faszinierenden Übergang von der einfachen Chemie zu komplexen, lebensähnlichen Systemen. Ein mögliches Szenario beginnt mit Kohlendioxid aus der frühen Erdatmosphäre, das unter den damaligen Bedingungen in einfache organische Moleküle umgewandelt werden konnte – unterstützt durch katalytische Prozesse an vulkanischem Gestein und meteoritischem Material. Aus diesen ersten Bausteinen konnten sich Schritt für Schritt immer komplexere und funktionelle organische Moleküle entwickeln.
Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass sich in solchen präbiotischen Reaktionsnetzwerken sogar selbstorganisierende Katalysatoren spontan bilden können. Diese zeigen eine erstaunliche funktionelle Vielfalt und eröffnen plausible Wege zur Entstehung von Aminosäuren, Zuckern, Coenzymen und weiteren für das Leben zentralen Molekülklassen. Oliver Trapp gibt zudem Einblick in experimentelle Arbeiten zur Bildung früher Protozellen und beleuchtet mögliche erste Schritte auf dem Weg zur Entstehung des Lebens.
Ein Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe Wissenschaft für jedermann in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Museum.