Warum gibt es uns? Neutrinos, ORIGINS und das Geheimnis der Materie

Bild zeigt Doppelbeta-Zerfall

Woher stammt die Materie, aus der Sterne, Planeten und letztlich wir selbst bestehen? Diese grundlegende Frage nach dem Ursprung steht im Zentrum des Exzellenzclusters ORIGINS. Eine überraschende Spur führt dabei zu den Neutrinos: extrem leichten, nahezu unsichtbaren Teilchen, die uns ständig durchdringen, aber nur äußerst selten mit Materie wechselwirken und deshalb fast unbemerkt bleiben.

Gerade diese ungewöhnliche Eigenschaft macht Neutrinos für die Forschung so spannend. Heute vermuten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass sie eine Schlüsselrolle für die Entwicklung des frühen Universums gespielt haben könnten. Besonders faszinierend ist die Frage, ob Neutrinos ihre eigenen Antiteilchen sind. Die Antwort darauf berührt fundamentale Symmetrien der Natur – und könnte erklären, warum sich Materie und Antimaterie im frühen Universum nicht vollständig gegenseitig ausgelöscht haben.

Stefan Schönert zeigt in seinem Vortrag, wie sich solche Ideen experimentell überprüfen lassen. Tief unter einem Berg im Gran-Sasso-Labor sucht das LEGEND-Experiment nach dem sogenannten neutrinolosen Doppelbeta-Zerfall – einem der seltensten vorhergesagten Prozesse der Natur. Diese aufwendige Suche macht eindrucksvoll deutlich, wie die ORIGINS-Forschung hochpräzise Experimente mit den großen Fragen nach dem Ursprung unseres Universums verbindet.


Ein Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe Wissenschaft für jedermann in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Museum.