Vor 110 Jahren sagte Albert Einstein die Existenz von Gravitationswellen voraus: Wellen der Raumzeit, die sich durch das Universum ausbreiten und dabei selbst kleinste Abstände verändern. Vor elf Jahren gelang es erstmals, diese Signale direkt zu messen. Mit riesigen Laserinterferometern können Forschende seither ein neues Fenster zum Universum öffnen und Ereignisse beobachten, die mit herkömmlichen Teleskopen oft verborgen bleiben. Gravitationswellen entstehen vor allem dort, wo die schwersten und dichtesten Himmelskörper des Kosmos kollidieren, etwa Schwarze Löcher und Neutronensterne.
Ein neues Fenster zum Universum bringt oft Entdeckungen mit sich, mit denen niemand gerechnet hat. So fanden die Forschenden unter den Quellen der Gravitationswellen Schwarze Löcher, die schwerer sind, als viele Modelle ihrer Entstehung erklären können. Gleichzeitig erwies es sich als überraschend schwierig, zu den Signalen auch Ereignisse im sichtbaren Licht aufzuspüren. Bislang gelang dies nur ein einziges Mal: bei der Kollision zweier Neutronensterne im Jahr 2017. In ihrem kosmischen Leuchtfeuer zeigten sich Spuren schwerer chemischer Elemente wie Gold und Platin, die vermutlich hauptsächlich bei solchen extremen Ereignissen entstehen.
Vor einem Jahr registrierten die Gravitationswellendetektoren erstmals ein Signal, das von der Kollision ungewöhnlich kleiner kompakter Objekte, sogenannter „Neutronenplaneten“, stammen könnte. Mit dem Wendelstein-Observatorium der Universitätssternwarte der LMU fand das beteiligte Forschungsteam als Erstes ein mögliches Leuchtsignal. Handelte es sich um die erste Beobachtung einer neuen Klasse kosmischer Ereignisse oder war es nur ein außergewöhnlicher Zufall? Prof. Daniel Grün erzählt die Geschichte dieser Entdeckung und zeigt, wie Gravitationswellen und Licht neue Einblicke in das Universum eröffnen.
Ein Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe Wissenschaft für jedermann in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Museum.